Mittwoch, 12. November 2014

12 von 12 im November

Frühstück

Schreibtischarbeit

Die letzten Tomaten

Von Oma gelernt: nichts verschwenden!

Terassenkaffee. Warm draußen!

OBS! ;)  Bio-Tüten 2006 aus Dalarna mitgebracht. Sehr viele! Reicht noch immer. *staun!*

Unterrichten.

Selber üben.

Tipp von Frische Brise umsetzen. Fotoadventskalender gestalten.

Lieblingsbratlingerezept. Vegetarisch.

Abendessen. Bratlinge, Linsen irgendwas, Mango Chutney.

Socken stricken. Pfälzer Erlenwein trinken. Gute Nacht. 


Mehr 12 von 12 gibt es bei Caro. :)
Danke fürs Gucken.









Dienstag, 11. November 2014

Erstens kommt es anders, zweitens ...

Hoffen, träumen, versuchen, scheitern, neu versuchen.

Ich habe soooo viele Bewerbungen geschrieben.
Stellen für Musiker sind dünn gesät. Künstlerisch wie pädagogisch.
Entweder wurde ich nicht eingeladen oder erfuhr, dass die Stelle zwar ausgeschrieben, aber intern längst vergeben war. 
Das geht schon ziemlich viele Jahre so. 

Weil das so ist, habe ich ja lange überlegt, wie es nun weitergeht.
Die Sache mit dem Glück - ihr erinnert Euch?

Plan B. Eigentlich ist alles klar. Das läuft.

Beworben auf ausgeschriebene Stellen meiner Branche habe ich mich dennoch. 
Immer wieder.  
Hier konntet ihr lesen von der Vorbereitung zum Auswahlverfahren. 
In der Nähe. Befristet. Nun ja. 

Ich wunderte mich über den wahnsinnigen Aufwand, der zu betreiben war, für diese 2 Semester, aber ich biss mich durch und fragte nicht nach.
Fatalerweise las ich im zugemailten Ablaufplan die Namen der anderen Bewerber und mein Selbstwert-Teufel machte den entscheidenden Fehler: die Konkurrenz googlen! 
Ich war unendlich deprimiert, sah mich lächerlich und scheiternd als kleines Licht neben diesen Fachgrößen.

Schließlich wurde ich krank. Mit Fieber. (Ich fiebere nie!) Angesteckt im Kindergarten
Ich sagte ab, räumte die Bücher zurück ins Regal. Wütend und traurig. Sehr sehr traurig.

Tags darauf kam eine Email vom Professor. Eine hochgeachtete Koryphäe seines Fachgebietes. Er bedauert meine Absage zutiefst und räumte einen Nachholtermin ein, wenn ich wieder genesen bin. 
Wenn. Ich. Wieder. Genesen. Bin?? 

Ich wurde zittrig und konnte nur noch beten.

"Gott, mir wird gerade klar, dass Du echt willst, dass ich dort hinfahre. Ich soll das also machen, ja? Hey, ich bin aber krank. Und unsicher. Und deprimiert.  Wenn ich das machen soll, musst Du mich jetzt gesund machen. Und Du musst mir helfen. Ich kann überhaupt nicht mehr klar denken. Ich bin durcheinander. Ich hab Angst. Scheitern will ich nicht. Ich weiß nicht, ob ich gut genug bin. Ich schaff das nicht alleine!" 



Die Stunden, die ich eine Woche lang vor dem Rechner verbracht habe, habe ich nicht gezählt, aber es waren VIELE.

Sehr sehr aufgeregt fuhr ich am Mittwoch mit dem Zug in die Stadt, in der ich zuvor noch nie war. Gut 1 Stunde Fahrt mit Umsteigen. 
20 Minuten durch die Fußgängerzone und über den Uni-Campus. Ich nahm einen Zug eher und war viel zu früh da. 

Zwei Stunden lang wurde ich auf Herz und Nieren geprüft, sang vor, unterrichtete Studenten vor ihren eigenen Lehrern und Kommilitonen, hielt zwei kurze Seminare, überstand am Ende das Gespräch mit der Kommission.

Direkt danach telefonierte ich mit meiner besten Freundin, später am Bahnhof mit meiner Schwester und fuhr mit dem Gedanken nach Hause: "Es war nicht schlecht, aber richtig gut fühle ich mich nicht. Luftleer irgendwie."

Dieses Teufelchen in meinem Kopf machte mich kirre. 

Am gleichen Abend schrieb mir der Prof: "Die Kommission hat entschieden, Ihnen den Lehrauftrag [...] anzubieten. Ich [...] würde mich sehr freuen, wenn Sie den Lehrauftrag annehmen."

Bäääm!!!

Und wieder schrie mein Selbstwert-Teufel: "Wie schlecht müssen denn die anderen gewesen sein, wenn DU genommen wurdest?!"

Kein. Einziger. Positiver. Gedanke. 

Wie kann das denn sein? Da schien ich etwas richtig und gut gemacht zu haben und ich kann mich nicht freuen?! Was ist denn los? 
Ich krieg das nicht zusammen. Ich habe andere überzeugt, aber ich bin nicht überzeugt von mir. Was passt denn da schon wieder nicht? Woher kommt dieses Gefühl der Unzulänglichkeit?

Diese Gedanken kamen aus dem Nichts und warfen mich ziemlich aus der Bahn.
Der GDL-Streik, ausgefallene Züge, mit dem geliehenen Auto nach Berlin, mit den Rüben zurück, am Wochenende die neue Schule ansehen - wir hatten ein straffes Programm und ich kam nicht zum Zurechtrücken dieser emotionalen Schieflage.

Ich formulierte im Kopf meine Absage. Das Teufelchen triumphierte. 
Während ich am Sonntagnachmittag meine Fachbücher ins Regal räumte, fiel mir ein ausgedrucktes Blatt als Lesezeichen in einem Buch auf.

An diesem Gedicht blieb ich hängen. Ich las es unzählige Male und es öffnete mir die Augen. 

Mit der Zeit lernst Du,
dass eine Hand halten nicht dasselbe ist
wie eine Seele fesseln
und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet
und Begleitung nicht Sicherheit.

Du lernst allmählich, dass Küsse keine Verträge sind
und Geschenke keine Versprechen
und Du beginnst, Deine Niederlagen erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen
mit der Würde des Erwachsenen,
nicht maulend wie ein Kind.

Und Du lernst, all Deine Straßen auf dem Heute zu bauen,
weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.

Mit der Zeit erkennst Du,
dass sogar Sonnenschein brennt,
wenn Du zuviel davon abbekommst.

Also bestell Deinen Garten
und schmücke selbst
Dir die Seele mit Blumen,
statt darauf zu warten,
dass andere Dir Kränze flechten.

Und bedenke,
dass Du wirklich standhalten kannst ...
und wirklich stark bist.
Und dass Du Deinen eigenen Wert hast.
                                                                                Kelly Priest

Ich begriff!

Noch am Sonntagabend habe ich dem Prof zugesagt. 
Und es stellte sich heraus, dass die Stelle gar nicht befristet ist...
Und dass er persönlich sehr gut fand, was ich ausgearbeitet hatte.

Es gibt Dinge, die kann man nicht planen.
Hoffen, träumen, versuchen, scheitern, neu versuchen. 
Und wenn man einen "Draht nach oben hat", darf man den ruhig auch benutzen. 

Und man darf mutlos sein. Klar darf man.
Aber man darf auch seinen Garten bestellen und seine Seele mit Blumen schmücken.

Ich habe meinen eigenen Wert und kann standhalten. 
Diesen Trübtassengedanken, der Konkurrenz, den Erwartungen und mir selbst.

Ich freue mich über den neuen Job. 
Ich bin stolz auf mich.
Danke Gott! Ohne Dich hätte ich das nicht gepackt!

Freitag, 24. Oktober 2014

Einblicke

In der vergangenen Woche habe ich Einblick genommen in eine fast neue Welt.
Hier beschrieb ich meinen Weg zu einer einschneidenden Entscheidung, an deren Umsetzung ich nun akribisch arbeite. 
Mein erster Weg führte mich in einen Kindergarten. In einen besonderen Kindergarten, denn dessen Leiterin war die ehemalige Kindergärtnerin vom Herzensmann. :)

Wir lernten uns neulich auf dem Gemeindefest kennen. Der Pfarrer, der meine Pläne kannte, setzte uns gleich zu Beginn nebeneinander und wir vertieften uns in ein wunderbares Gespräch.

Wir machten aus, dass ich hospitieren komme und nach und nach die Einrichtungen und Konzepte kennenlerne.
So fuhr ich nun eine Woche lang morgens um 7 Uhr in den Kindergarten, arbeitete mit, lernte die Kinder und 8 warmherzige Kolleginnen kennen, die mir schon am zweiten Tag sagten, es würde sich anfühlen, als wäre ich schon seit Jahren bei ihnen.




Ich erfüllte nur einen Bruchteil der Aufgaben einer Erzieherin, ich führte kein Elterngespräch, machte keine Entwicklungsdokumentation, tauschte keinen Dienst, ging nicht ans Telefon, nahm an keiner Besprechung teil, wechselte keine Windel, blieb mit den Kindern nie allein und bereitete nichts vor und nichts nach.


Dennoch waren es fünf eindrucksvolle Tage, mit 8 kompetenten und sehr gut ausgebildeten Fachleuten, die mir viele Fragen zu diesem hochkomplexen Beruf geduldig und liebevoll beantworteten. Es werden auch noch weitere Hospitanzen in anderen Einrichtungen folgen, aber ich wusste schon am ersten Tag, dass genau dieser Kindergarten mich öfter als nur diese 5 Tage sehen wird.
Nicht zuletzt durch das Angebot, ab sofort die Musikalische Früherziehung zu übernehmen, was ich leider ausschlagen musste, da der Kalender bis Sommer kommenden Jahres bereits randvoll ist.


                                           ********                           

In den letzten Tagen kam der Herbst auch in meinem Kopf an. Bis dahin war es irgendwie immernoch eine Art "Restsommer". Zu warm für das Anschalten der Heizung, aber zu kühl für "nur T-Shirt"-Abende.
Das Wochenende in Hamburg war so warm, dass jede freie Minute draußen und ohne Jacke verbracht werden konnte. 



Noch kein Gedanke an die Kanne Tee auf dem Stövchen, die mit der ersten aufgedrehten Heizung üblicherweise Einzug in die langen Abende findet.

Die Rüben haben gerade Ferien und genießen sie sehr. Vollkommen verpflichtungsfrei. Ich beneide sie. Bald sehen wir uns wieder und bis dahin bekomme ich viele Bilder und Videos geschickt. 




Wenn der kommende Mittwoch vorbei ist mit einem ziemlich wichtigen Termin, dann wird die Nähmaschine entstaubt und die erste Weihnachtsgeschenke-Idee umgesetzt. Ich bin schon gespannt.

Bis dahin aber gibt es viel zu tun und die letzte Stunde des Tages gehört mir und diesen neuen Sehnsüchten:



"Eine der großen Liebesgeschichten unserer Zeit, die schon Hunderttausende Leserinnen begeisterte und stetig neue Leser findet: Die Suche nach ihrem vermissten Vater führt Julia Win von New York nach Kalaw, einem malerischen, in den Bergen Burmas versteckten Dorf. Ein vierzig Jahre alter Liebesbrief ihres Vaters an eine unbekannte Frau hat sie an diesen magischen Ort geführt. Hier findet sie nicht nur einen Bruder, von dem sie nichts wusste, sondern stößt auch auf ein Familiengeheimnis, das ihr Leben für immer verändert." 




Donnerstag, 16. Oktober 2014

Gelee im Glas, Gelee im Kopf

Neulich bekam ich 2,5 Kilo Quitten geschenkt. 
Hinzu kamen letztens noch 1 Kilo Äpfel.
Weil wir nicht genug Gläser hatten, sind der Mann und ich gestern in die Stadt 
und haben noch 3 von diesen schönen Kilner Jars gekauft.

Der Mann hat ja Ferien und hat geschnibbelt, die Frau hat gerührt. 
Super Arbeitsteilung.

Ergebnis:
7 Gläser Quitte-Ingwer-schwarzer Pfeffer-Gelee
4 Gläser Apfel-Limette-Ingwer-Chili-Gelee
Rezepte: frei Schnauze


Das Geleekochen war eine willkommene Unterbrechung 
vom Rechner am Schreibtisch, an dem ich seit Tagen sitze.

Vorbereitung zu einer Bewerbervorstellung. Lehrauftrag.
Befristet auf 2 Semester - passt genau in meinen Plan mit der Ausbildung.

Ich habe Jahre nicht mehr so intensiv theoretisch über Didaktik gebüffelt und viel vergessen, das meiste in den letzten Jahren aus dem Ärmel geschüttelt oder auf fertige Skripte zurückgegriffen.

Zum Glück habe ich noch jeden Zettel aus dem Studium (damals hatte ich noch keinen Computer, geschweige denn Internet oder ein Handy!! Wahnsinn!) und eine Menge Fachbücher im Regal.
Der prüfende Prof ist (Glück? Pech?) ein Crack auf seinem Gebiet, das muss also alles bis ins letzte Detail didaktisch-methodisch PERFEKT vorbereitet sein.

Mein Hirn glüht und fühlt sich zeitweise auch an wie Gelee.
  

Tasse Kaffee und Brötchen mit Apfelgelee hilft jetzt bestimmt.
Lernpause! 

Freitag, 10. Oktober 2014

[10+6]: NÄHBLOG CONTEST – sewbeedoo für Brandenburg




hat sich einen Contest ausgedacht und sewbeedoo macht mit. Na klar!
Ich trete für Brandenburg an, denn sewbeedoo ist ein Brandenburger Kind.

10 Fakten


Name: 
Mein Name ist Sandra.

aus: 
pendelnd zwischen einem Dorf in Brandenburg und NRW. 

bloggt seit:
Schon ziemlich lang. Als Schöne Töne seit 2008, als sewbeedoo seit 2010.

auf:
www.sewbeedoo.com

näht mit:
seit 2011 auf einer richtig großen Näh-und Stick-Diva, einer Brother NV 1, die ich auch im Leben nicht mehr hergeben werde. *biglove*

ich in drei Worten:
lebensfroh, unangepasst, neugierig

mein Lieblingsplatz:
dänischer Nordseestrand

daran arbeite ich gerade:
an einem In-The-Hoop-Freebie für Last-Minute-Geschenke-Sucher

hier lese ich regelmäßig:
in der taz, in der Landlust, auf Instagram, auf Pinterest

 mein Motto:

NEVER.GIVE.UP.




6 Fragen


Was ist deiner Meinung nach das Erfolgsgeheimnis erfolgreicher Blogs?

Ein erfolgreicher Blog hat einen schönen Schreibstil, der unbedingt wiedererkennbar ist. Er braucht keine fremde Werbung, sondern spricht durch sich selbst. Er ist bunt und inspiriert durch Ideen, Persönliches, Nachdenkliches und Anekdoten.

Woher schöpfst du Inspiration und den Mut und die Dinge wieder neu anzupacken?

Aus den Oasen, die ich mir aus meinem Alltag herausschneide. Das können 10 Minuten mit frisch gebrühtem Kaffee und dicker Decke auf der Terrasse sein oder ein Wochenende am Meer, eine Runde Mau Mau mit meinen Kindern oder ein Zweistunden-Telefonat mit der besten Freundin.

Welches sind deine drei Lieblingsprojekte von anderen Usern?

Ein schon älteres Projekt, aber ein immer wieder hinreißendes Last-Minute-Geschenk, ist der schnell genähte Leseknochen von der Seite sew4home. Den schönsten Leseknochen auf einem deutschen Blog hat für mich Frau Pimpinella genäht.

Vollkommen begeistert bin ich von DER Tasche schlechthin, die wir alten Nähblogger-Hasen wohl nun wirklich alle wohl mindestens schon 5x genäht und verschenkt haben, der Charliebag. Die Ur-Anleitung findet sich bei Burda, auf deutsch und ganz toll modifiziert - nämlich zum Wenden - hat sie vor etlichen Jahren bereits Ute von durbanville-Design auf ihrem Blog.

Seit Jahren verfallen bin ich den Stickdateien von Anja Rieger. Sie hat nicht nur Grundschulbücher meiner Kinder illustriert (Ja, in echt!), nein, sie näht, stickt und entwirft herrlich schnörkellose Stickdateien für die Stickmaschine.

Was hat dir bei deinem Start ins Bloggerleben geholfen?


Geholfen...das kann ich so nicht beantworten, denn mit helfen verbinde ich Unterstützung auf ein Ziel hin.
Am Anfang aber hatte ich gar kein Ziel.
Ich zog mit vierjährigen Zwillingen und Mann von Hamburg nach Berlin und suchte einen Weg, mit meinen besten Freunden und deren Familien in unkompliziertem Kontakt zu bleiben. So entstand Schöne Töne, zwei Jahre später mit dem Entschluss gewerblich zu nähen, gründete ich das Label sewbeedoo und benannte den Blog um.
In welchen Situation stößt du an Grenzen bei deiner Arbeit?


Ich bin zu ungeduldig. Meine Leidenschaft sind Projekte, die in wenigen Schritten und mit wenig Aufwand zum Erfolg führen. Deswegen fange ich viele (sehr schöne) Nähprojekte gar nicht erst an, weil mich Aufwändigkeit oder irre viele Nähschritte abschreckt.

Auf welches Projekt bist du besonders stolz?

Überrascht war ich, welche Kreise meine DIY-Nähanleitung für die Milka-Schokoladentäschchen zog. 
Selbst während meiner Blogpause wurde nach dieser Anleitung genäht, es wurde Schokopapier nicht sinnlos weggeworfen, sondern mit einem neuen Zweck versehen und zum Stiftemäppchen oder Kramtasche gemacht. Mein Herz schlägt für Natur und Nachhaltigkeit und dass ich einen Beitrag zum Thema Upcycling leisten konnte, das macht mich tatsächlich stolz.


Mein Tipp für Beginner!
Mach Dich nicht zum Sklaven Deines Blogs.
Bleib Du selbst.
Verkauf Dich nicht.
Lass Dich inspirieren.
Finde Deinen Stil und behalte ihn.
Es ist Dein Tagebuch und eine wunderschöne Erinnerung.


Danke fürs Vorbeischauen. Ich bin gespannt, wie der Contest ausgeht. :)


Mittwoch, 8. Oktober 2014

Die Sache mit dem Glück

Vor einem knappen Jahr fing ein Online Projekt in Blogs und auf Instagram, Pinterest, Twitter und Facebook an, das nannte sich 100 Happy Days.

Als ich die ersten Posts damit entdeckte, war ich sehr angetan von der Idee, 100 Tage lang in meinem Alltag mindestens einen Glücksmoment zu finden.

Ich dachte, es könnte mir helfen, Zweifel, Unsicherheit, Frust und Zukunftsängste abzubauen, die mich in Wellen immer wieder, aber zu dem Zeitpunkt mit voller Wucht niederstreckten und anfingen psychosomatisch in bedenklichem Ausmaß zu agieren.



Dass 100 Happy Days sehr viel mehr auslösen würde, konnte niemand ahnen...

Als ich 2012 eine Blogpause machte (ohne die Absicht, sie 2 Jahre währen zu lassen), als ich aufhörte neben meiner Arbeit nach Aufträgen zu nähen und den Dawanda-Laden schloss, atmete ich tief durch. Eine Sache weniger.


Blieb nur noch mein unsteter und zerpflückter Brotjob. Davor, dazwischen, parallel: Kinder, Haushalt, Garten, soziales Leben, Trennung, Fernbeziehung.


Mir fielen in dieser Zeit zwei Bücher in die Hände, die mir viel erklärten:




das zweite, mit Gabor Maté als Co-Autoren, las ich durchweg heulend: 








In Buch Eins erklärt Maté die biologischen Mechanismen, die aktiviert werden, wenn Stress und Trauma einen starken und spürbaren Einfluss auf den Körper ausüben. Er veranschaulicht seine Ideen mit Interviews von berühmten Menschen, die chronische Krankheit erlebt haben (Ronald Reagan, Gilda Radner, Stephen Hawking, Pamela Wallin), mit durch seine jahrelange Praxis gesammelte Lebensgeschichten durchsetzt.

Stress, emotionale Unterdrückung, Hormone, die "Krebspersönlichkeit", die Biologie von Beziehungen und die Kraft des negativen Denkens sind die Hauptthemen des Buches.
Maté betont, dass die verborgenen Faktoren in der chronischen Krankheit zu entschlüsseln nicht bedeuten kann, das Opfer zu beschuldigen.
Das Buch ist frei von Annahmen, dass alle Krankheiten von einem Egoproblem herrühren. Vielmehr bietet er die Möglichkeit, die ungewollte Übertragung von Stress und Angst auf den Körper und über die Generationen hinweg anzugehen. Das hat mich interessiert.

Buch Zwei half mir ungemein, die mit dem Getrennt-Sein von meinen Kindern traurigste Zeit meines Lebens zu überstehen.
Schon zuvor war ich über Jahre hinweg als Mutter nicht derart präsent, wie es den Kindern gutgetan hätte.
Ich fühlte mich gezwungen, in dem gewählten Beruf Fuß zu fassen, den entscheidenden Karrieresprung nicht zu verpassen, über alle Maßen flexibel und stets abrufbar zu sein. 
Meine Kinder wurden nicht mehr nur von mir erzogen, sie suchten Orientierung und Verstandensein bei dem, was sie tagtäglich um sich hatten: Gleichaltrige. Und das war nicht immer nur gut.
Es ist noch nicht zu spät, an tieferer Bindung zu arbeiten. Diese ganz einfache Technik wird in dem Buch erklärt und hat mich aus einem ganz tiefen Versagens-Loch gezogen!

Ein ganzes Jahr brauchte ich dennoch, um zu erkennen und daran zu glauben, daß Glück sich tatsächlich anders anfühlt als ich mir viele Jahre lang vorgegaukelt hatte und man Un-Glück nicht weglächeln oder überpinseln kann. Und daß ich mein Glück in Randberlin nie fand und auch nicht mehr finden würde.



Ich ließ alles los und zog weg.


Begleitet von noch sehr viel mehr Zweifeln, Tränen, Unsicherheit, Ängsten, schlaflosen Nächten, Trauer und Wut. Aber endlich in einer Beziehung mit einer tragfähigen und belastbaren Basis und einem so großen Herzen, dem Verbindlichkeit und tiefes Vertrauen innewohnt.

Diese Sache mit den 100 Happy Days war prima, dachte ich.
So könnte ich es wieder lernen, das Glück der kleinen Dinge.
Es hatte nur einen Haken: es wurde zum täglich verpflichtenden Projekt, was mich unter Druck setzte.

Nach relativ kurzer Zeit verlor ich die Lust daran und hörte auf.

Was blieb, war die Frage, was mich glücklich macht. Und die ließ mich nicht mehr los.
Die unglückliche Ehe war beendet, der Brotjob bringt (etwas) Geld, macht aber nicht mehr glücklich, die Kinder so weit weg.

Ich fing an Listen zu schreiben.

Handschriftliche Listen, die mir schon oft halfen, den Kopf zu sortieren.
Es sollten viele beschriebene Zettel und Seiten werden...



Diese Listen und meine Schlussfolgerungen daraus besprach ich mit meinen besten Freunden:

Was will ich? Womit finde ich ein ganz normales rhythmisches Leben? Wie kann ich noch 25 Jahre glücklich arbeiten?

- geregelte familienfreundliche Arbeitszeiten
- keine Reisen
- Musik
- Pädagogik
- Kinder
- Nachhaltigkeit
- kein neues Studium

Eine Freundin erzählte mir etwas von "Berufsbegleitender Ausbildung" und ich fing an zu recherchieren. Das Netz spuckte im Zusammenhang mit berufsbegleitend immer wieder "Erzieher" aus und ich fing an darüber nachzudenken und mich zu informieren.

Erzieherin?! Ach...

Im Oktober nun hospitiere ich in Kindergärten, meine Geschichte mit Vorbildung ("Sie sind Sängerin??") traf in den Schulen und Entscheidungsstellen auf sehr offene Ohren, im Sommer beginnt die Ausbildung.
Ich beende das ewige Reisen, das ermüdende Kämpfen, die frustrierenden Abhängigkeiten und überlasse das Schlachtfeld anderen.

Als meine Entscheidung fiel, war das einzige Gefühl, was ich tief und rein empfinden konnte: Glück.
Als kurze Zeit später feststand, daß die Kinder zu mir ziehen dürfen, empfand ich: Glück.

Alles andere fügt sich gerade in diesen Tagen und könnte das Glück sehr bald perfekt machen. Viele Steine liegen da noch, aber die sind mit immer mehr innerem Frieden und äußerem Zusammenhalt der wichtigsten Menschen meines Lebens keine angstmachenden Ungetüme mehr.











Mittwoch, 1. Oktober 2014

DIY - Easy Peasy Becherhülle

Nachdem dieses Tutorial für die Kramtaschen aus Schokopapier vor 2 Jahren so weite Kreise um die Welt durch das Internet zog, in DIY-Büchern erschien und nachwievor knapp 400x pro Tag aufgerufen wird, habe ich mir überlegt, Euch Nähwütigen nun nochmal eine kostenlose Anleitung ins Netz zu stellen. :)

Es ist, wie schon die Kramtäschchen, ein superschnell genähtes Last-Minute-Geschenk und macht zum Nikolaus oder auch an Weihnachten für alle Coffee-To-Go-Liebhaber oder Latte Macchiato-Zuhause-Trinker ziemlich was her!

Alles, was ihr braucht, habt ihr mit Sicherheit zu Hause und müsst nichts extra besorgen.




Becherhüllen für den To-Go-Kaffeebecher




Ihr braucht: 

- das ausgedruckte und ausgeschnittene Schnittmuster (1 cm Nahtzugabe ist schon enthalten)

- ein Stück bunten Stoff ca. 28x13 cm
- ein Stück Fleece oder weichen Nähfilz (kein!!! Bastelfilz, der ist nicht waschbar!) ca. 28x13 cm
- 10 cm Gummikordel oder ein durchgeschnittenes buntes Haargummi
- einen grossen bunten Knopf (ab 2 cm Durchmesser)
- ein Stück Tesafilm 
- eine Schere oder Rollschneider



Los geht's!

*********

Die ausgedruckte und ausgeschnittene Schablone könnt ihr auf Papier lassen 
oder gleich auf Pappe übertragen, denn es wird wohl nicht die einzige Hülle sein, die ihr näht. :)


Fleece und Stoff werden zurechtgeschnitten.


Die Seiten sind nicht deckungsgleich. Das muss so, die Becherform ist ja in der Regel konisch. :)


An dieser Stelle können StickmaschinenbesitzerInnen den Stoff besticken. 
Denkt an 1 cm bereits inkludierte Nahtzugabe oben und unten bei der Wahl der Motivgrösse.

Ich habe letzte Woche von Nette Post bekommen, wo als Beigabe dieses schöne Stück Webband lag.
Das habe ich auf den gepunkteten Stoff genäht. DANKE NETTE!


Egal, was ihr mit dem bunten Stoff macht, bestickt, benäht oder pur, 
ihr braucht nun die Gummikordel.


Tipp: ein aufgeschnittenes Haargummi tut's auch. Ihr kürzt es ggf. einfach noch etwas.



Diese Kordel faltet ihr und legt sie an die rechte Schmalseite des bunten Stoffes 
genau mittig, mit der Schlaufe hin zum Stoff.
Fixiert das Gummi mit Klebeband. 
Achtet darauf, daß die Bänder genau parallel dicht aneinander liegen, wir nähen gleich drüber!
An dieser Stelle können ober- oder unterhalb des Gummibandes auch Webbänder oder Labelbänder angenäht werden. Hälftig knicken, offene Seite an den Rand, mit Klebeband fixieren.


Nun legt ihr das zugeschnittene Stück Fleece oder Filz passgenau darüber.


Mit Geradstich näht ihr jetzt ca 1 cm von der Kante über diese Seite 
und mehrfach hin und her über die Kordel. 
Das ist wichtig, an dem Gummi wird ja auch mal gezogen.


Ihr näht einmal herum und lasst an der gegenüberliegenden Schmalseite 
mittig eine Wendeöffnung. Bitte etwas grösser lassen als auf dem Bild!

Zur Wendeöffnung hin auch wenige Stiche mal hin-und hernähen, 
damit die Naht beim Wenden nicht einreisst.

Meine Öffnung ist grandios zu klein geraten (das Wenden ging aber noch), ihr lasst ca. 2,5 cm frei.

An dieser Schmalseite bitte nicht zu nah am Rand nähen.
Die Nahtzugabe darf großzügiger ausfallen, sonst steppt man an der Wendeöffnung nicht sauber ab.


Fast fertig!
Noch alle vier Ecken kappen, nicht zu nah an der Naht.


Wenden. Für die Ecken nehme ich wie immer meine dicke Holz-Stricknadel, 
es geht auch prima mit China-Essstäbchen.


Überstehendes Klebeband abreissen, rundherum knappkantig absteppen und an der Wendeöffnung vorsichtig nähen, damit der untere Fleecestoff nicht wegrutscht und sauber zugenäht ist.



Jetzt sucht ihr einen Knopf aus und näht ihn an der leeren Schmalseite 
mittig ca. 2-2,5 cm vom Rand fest mit Hand oder Knopffuss der Maschine an.


Wenn der Knopf sauber angenäht wurde, 
sieht man auf der Fleeceseite auch nicht mehr als einen kleinen Punkt.


FERTIG!








Hier sind noch weitere Beispiele:



Bestickt mit den herrlichen Tassenschweinen von Anja Rieger, die es als Stickdatei bei ihr gibt.


Diese Becherhüllen haben sogar noch einen Trick mit 2 Knöpfen, den ihr HIER nachlesen könnt.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachnähen!