Dienstag, 17. März 2015

Freundschaft




Echte Freundschaft ist:


Miteinander die schönsten und schwersten Momente des Lebens zu teilen.

Beistand und Trost zu sein und dafür nichts zu erwarten.

Mit Blumen überrascht zu werden.

Und nur noch Liebe zu fühlen.

DANKE!


Sonntag, 15. März 2015

Dieses Organisationsding

Irgendwann im letzten Jahr hat sich hierzulande ein erstaunliches Phänomen breitgemacht: Filofaxing. Kennst Du nicht? 

Filofax. Dieses Kalendersystem der Businesspeople aus den Neunzigern. Kurz bevor der PDA kam. (Einen witzigen Film gab es mit James Belushi damals auch.) 


Weil einschlägige Nord-Süd-Discounter und Kaffeeröster alle Frühling wieder buntes Bastelzeug im Sortiment haben, was frau auf Vorrat besser stets im Haus hat, kauft frau Trendfollower sich nun zum Ausleben des Klebefetisch und der Gestaltungssucht diese sündhaft teuren Planer


Neulich trat ich in eine der größten "Filo-Fangruppen" ein. 

Ich wollte verstehen, warum Menschen Kalender sammeln. Sammeln! 
Diese wirklich sehr teuren noch dazu. 

Und ich lernte: mit einem einzigen Kalender ist es nicht getan.

Frau braucht einen Kalender für die eigenen Termine. 
Einen Gartenbestellungsplaner, einen als Reisetagebuch, einen für die Termine der Kinder, einen für die Termine des Gatten und einen für das Hobby, noch einen für die Arbeit oder die Uni, einen nur für Rezepte, einen für den Haushalt (wann die Treppe gewischt werden muss, wann gestaubsaugt, you know?).

Je mehr verschiedene Kalender, desto Status. 




Es werden mit Aufklebern, sorry: "Sticky notes" (es gibt welche mit Wischeimer und Schrubber!) und Washitape dekorierte Wochenseiten gezeigt, bei denen ich mich frage, wohin da noch Eintragungen passen sollen.

Jede Woche bzw. jeder Monat wird thematisch individualisiert, Divider (Trennseiten zwischen den Kategorien eines Ringbuchsystemkalenders), Wochenkalendarien aufwändig gestaltet und ausgedruckt oder via Dropbox für andere zum Download bereitgestellt. 

Je detailverliebter, desto mehr Likes.




Sie heißen auch nicht einfach "Kalender". Sie heißen Gillio Amica und Midori Passport in brown oder Finsbury. Sie sind bunt oder pink oder gülden oder gar aus echtem Leder und kosten in vernünftiger Größe und Ausstattung nicht unter 80 Euro (online evtl. weniger).


Nunja.

Ich habe auch einen Ringbuch-Terminplaner. Gekauft 1994 bei Karstadt in Dessau für 39 D-Mark. 



Über 20 Jahre alt, abgegriffen und voller Geschichten. 

Er hat mich durch das gesamte Studium und meine erste Ehe begleitet. Alle Jahrgänge habe ich aufbewahrt und in manchen sentimentalen Minuten lese ich darin, was 1998 in meinem Leben so passiert ist. So ganz ohne bunt.

Ich habe ihm 2010 eine Hülle genäht und bestickt, ihn sehr geliebt und auch sehr gebraucht. 

Aber er verschaffte mir nie einen wirklich guten Überblick über das Jahr, die Woche oder den Monat. Notizen, die ich in einer anderen Kategorie machte, vergaß ich, wenn sie nicht direkt im Wochentag standen. Das totale Chaos und für mich nicht mehr passend.

Mit neuem Job und damit noch mehr Organisationsfaktoren und der Aussicht auf den kommenden Sommer mit allen Terminen und zusätzlichen To-Do's für die Rüben musste etwas her, was mir auf einer Seite mehr Überblick und richtig viel Platz für Notizen verschafft.

So zog ich neulich mit dem Herzbuben los und kaufte einen schlichten (und um 50% reduzierten, weil das Jahr doch schon längst angefangen hatte) Leuchtturm-Kalender A5 für 7 Euro.



Eine Woche, eine Seite. Rechts daneben eine ganze Seite blanko für alle zu erledigenden Dinge der Woche.


Sehr schlicht, extrem übersichtlich. 

So, wie es sich in meinen Augen auch am besten lebt.




Noch vor Jahren kreisten meine Gedanken unentwegt um die effektive Nutzung von Zeit. 

Wieviele Aufgaben kann ich im immer kleiner werdenden Zeitfenster erledigen?

Mehrere Jobs parallel, Beziehung, Kinder, Reisen, soziales Leben, Hobbies, Terminorganisation für 5 Personen.


Oft genug habe ich die Übersicht verloren, blieben Dinge liegen, Beziehungen auf der Strecke, das soziale Leben war bis auf ohnehin regelmäßige Begegnungen auf ein nie dagewesenes Minimum geschrumpft.


Inzwischen ist mein Leben deutlich entschlackt und hat eine andere Richtung genommen.

Die Prioritäten sind neu abgesteckt: Familie, Freunde, Beruf. In DER Reihenfolge.

Im Ausblick auf den anstehenden Umzug in das neue Haus habe ich auch auf anderen Ebenen angefangen umzudenken.


Während der letzten Monate habe ich bereits viel Zeug verkauft oder entsorgt: Bücher, Schmuck, Küchenutensilien, Schuhe (!!!!!!!), Handtaschen (!!!), Klamotten (Wer braucht 4 Wintermäntel???).

Es gibt noch etliches Potential und ich werde mich bis August von noch sehr viel mehr Dingen trennen.

In Sachen Kosmetik habe ich mir zum Beispiel zu Beginn des Jahres zur Regel gemacht, erst alles aufzubrauchen, ehe Neues gekauft wird. (Wer braucht 20 verschiedene Nagellacke???)


Vielleicht ist diese Filofax-Hype schon wieder der Gegentrend zu diesem Weniger-ist-mehr-Entschleunigungs-Lifestyle, der ja als Trend auch schnell wieder verpuffte?

Ich hätte da ja eine Idee:


Der Herzbube und ich nutzen gerne Post-its. Vor allem für kleine Nachrichten, wenn einer verreist und nicht vor dem anderen wieder nach Hause kommt.







Vielleicht können all diese bunten Tapes und Sticky notes, Aufkleber, bunten Papiere und  Post-its auch einen ganz anderen Zweck erfüllen als in Kalender verklebt zu werden?

Den Liebsten eine Nachricht hinterlassen zum Beispiel. 


Wann hast Du Deinem Mann zuletzt einen schönen Arbeitstag gewünscht? Oder eine gute Reise? Oder dem Kind viel Erfolg bei der Kurzkontrolle oder bei der Prüfung oder dem neuen Wochenbeginn?


Mit Liebe dürfen wir sooooooooo verschwenderisch sein! :) 


Morgen ist Montag. Eine super Gelegenheit. :)



PS: Übrigens ist DAS HIER eine ganz interessante Strategie.

Freitag, 27. Februar 2015

Bremen

Dieser Tage in Bremen sassen wir mit den Kollegen zusammen und haben versucht zu zählen, wieviele Konzerthallen, Kirchen, Theatersäle und Opernhäuser dieser Erde wir im Laufe der Jahre von innen lieben und hassen kennengelernt haben. 
Bei irgendetwas um die 70 hörten wir auf, aber es sind wohl für die meisten von uns nocheinmal so viele. In diesem Jahr kommen bis zum Sommer auch noch viele hinzu.

Gestern also Bremen. Vollbesetzt bis auf den allerletzten Platz sangen wir Beethoven und freuten uns über einen sehr geglückten Abend. 



In den Tagen zuvor erkundeten wir die Stadt touristisch. Die Stadtmusikanten, den Roland, den Schnoor, die Weser, 






Das Wetter war normal norddeutsch - büschen diesig und leichter Niesel. :)




Das berühmte Schnoor-Viertel haben wir natürlich auch besucht.
Darin gibt es das "kleinste Haus der Welt" - das Hochzeitshaus.











Im schönsten traditionellen Kaffeehaus der Stadt, dem Café Tölke, haben wir uns eine flambierte Weinbrand-Torte gegönnt und die beste Russische Schokolade ever getrunken.



Es muss im Sommer herrlich sein, wenn alle Cafés Tische und Stühle draussen in den schmalen Gassen stehen haben und man das Schnoor-Flair bei warmem Sonnenschein genießen kann. Ich komme im Sommer nochmal her! Bestimmt!



...und dem Herzbuben habe ich ein Foto mit dem Hochzeitshaus schonmal gezeigt. :) :)







Freitag, 20. Februar 2015

Häkeln, Prokrastination und Panik

Die Ferien sind um, der Alltag hat uns alle längst wieder. 

Am letzten Ferienwochenende haben die Rüben und ich unsere Lieblingsfreunde mit Tochterkind in Hamburg besucht.
Eine Freundschaft, entstanden durch den gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs.
Wir haben über Jahre hinweg Urlaube miteinander verbracht, sommers wie winters, Dänemark, Sylt, mehrfach auf dem Darß.



Die Kinder hatten sich gut 1,5 Jahre nicht gesehen und waren trotzdem nach wenigen Minuten bereits gut vertraut miteinander. Alle 3 quetschten sich für die zwei Nächte auf Gästematratzen unter das Hochbett im Mädchenzimmer und daddelten, gackerten und giggelten bis spät in die Nacht. Der Abschied fiel uns schwer.

An diesem Hamburgwochenende habe ich ein neues altes Hobby wiederentdeckt - häkeln.
Am ersten Abend setzte ich mich auf das Freundinsofa, auf dem der Anfang einer Beanie lag. Freundin erklärte, ich häkelte sie fertig. Und durfte sie behalten.


Das bekamen die Rüben mit und wollten auch eine. Mit einer Beanie sieht man nämlich nochmal sehr viel cooler aus als mit bloßer Justin-Biber-Halsverrenk-Frisur. 



Gesagt, Wolle gekauft, getan. Nun bin ich im Handarbeitsfieber.
Bei der Suche nach neuen Häkel- oder Strickherausforderungen (Beanies kann ich ja nun) ging ich hier vor Ort in den Wolleladen meines Vertrauens. Während ich wartete, weil andere Kunden bedient wurden, fiel mein Blick auf ein superschönes riesiges buntes Schultertuch, was dort als Beispiel hing.
Die Verkäuferin erklärte, daß es das sogenannte "Landlust-Tuch" sei, sehr einfach zu stricken, aus einfacher Sockenwolle mit oder ohne Farbverlauf. ("Sockenwolle?" dachte ich, da war doch was - HIER)



Das Tuch wird mit zwei verschieden starken Nadeln gestrickt und geht so unfassbar schnell voran, daß es genau das Richtige für mich ist. Und Sockenwolle habe ich gottlob für Jahrzehnte genug.

Das alles kommt nicht zufällig, denn mit dem Stricken und Häkeln prokrastiniere ich. 



Ich müsste auch jetzt eigentlich über meinen Fachbüchern sitzen, lesen, markieren und meine Skripte fertigbekommen.
In 2 Wochen geht der neue Uni-Job los und ich könnte schon sehr sehr viel weiter sein, wenn da nicht ...

Das könnte zum Problem werden, denn Prokrastination beherrsche ich (leider) absolut meisterhaft.
Weil die Tage so verschieden verlaufen und jede Woche anders ist, kriege ich keinen roten Faden rein.
Ich habe keine Ahnung, wie andere sich disziplinieren. 
Das Handy ist aus, ich habe meinen Arbeitsplatz im Arbeitszimmer, es ist ruhig, wenig Ablenkung, aber ich komme nicht rein in strukturiertes Arbeiten.

Ich habe es auch nie gelernt. Das Abi ging irgendwie auch ohne Lernen, das Studium war durchweg praktisch, nicht theoretisch. Einzelunterrichte, wenig Seminare, wenig wissenschaftlich. Künstlerisch halt. Jedes Lernstudium hätte ich sofort geschmissen.

Und jetzt der neue Job, der aber genau das verlangt. Wissenschaftliches Arbeiten, Struktur, Konzept, nachdenken, niederschreiben, roten Faden, Systematik. 


PANIK!!!

Aufgabenmanagement, Zeitmanagement, Planung, Willenskraft, Zielsetzung, Belohnung - in der Theorie ist mir das alles klar. Und die Umsetzung fällt mir wahnsinnig schwer.

Ich bin "rechtshirnig". Motiviert, aber undiszipliniert. Und sehr sehr langsam. *seufz*





Freitag, 6. Februar 2015

Ferien

Wir gammeln so rum, die Rüben und ich, und genießen miteinander neun schöne gemeinsame Winterferientage.
Alles geht langsamer, nach unserem Gusto und fast ganz ohne Termine (OP-Nachcheck beim Arzt, ok).








Gestern haben wir meine Hamburg-Nachbarin besucht, die ich letzte Woche kurz im letzten Absatz erwähnte. Sie hat einen Post-Doc-Job an der Uni, es ist die letzte Semesterwoche und so sind die Rüben und ich heute auf einen Kurzbesuch hingefahren, wir haben uns anderthalb Jahre nicht gesehen.

Das erste Mal in einer Universität - das war für die Rüben wahnsinnig spannend, sie haben viel gefragt und ich vermute, es hat in ihren Köpfen zum Thema "Anstrengungsbereitschaft" wohl endlich einen Schalter umgelegt, denn sie fanden das so toll, dass sie auch einmal an eine Universität gehen möchten. Na, schauen wir mal... :)



Die Atmosphäre während der Rush Hour in der Mensa, das Laufen durch die Flure der Elektrotechniker, Physiker, Informatiker, vom Electrical Systems Enginering mit allen offenen Türen zu Laboren, Büros, Seminarräumen, all die Aushänge, Poster, Partyankündigungen, ...

Am Morgen waren sie noch völlig genervt, weil ich sie dahin mitschleppen wollte, danach war alles "total cool". :)


Heute fahren wir nach Hamburg. Für ein ganzes Wochenende. Unsere besten Freunde besuchen, unsere "Hausomi", die andere Nachbarin aus unserem alten Haus, die wir - und meine Freundin von gestern - sehr vermissen.
Ein bisschen Rahlstedter Luft schnuppern im alten Revier. *seufz*











Mittwoch, 28. Januar 2015

*knockout*

2 Tage Zwangspause. 
Eine kleine (geplante) Bauch-OP (LSK) gestern früh. Seit heute vormittag bin ich schon wieder zu Hause. 
Zwieback essen und doof rumliegen kann ich ja auch hier. Ausserdem muss in den kommenden Tagen auch ziemlich viel final entschieden und ausgesucht werden.



Am Montag war nämlich endlich unser Termin für die Werksplanung beim Hausbauer.

3 Stunden lang haben wir festgelegt, welche Fenster, Türen, Bodenbeläge, Dachpfannen, Armaturen, Türgriffe, Treppe usw. eingebaut werden sollen.
Zu einigen Punkten müssen wir uns nochmal eingehender Gedanken machen, die lassen wir noch offen, aber größteteils steht die Planung nun.

Mein persönlicher Albtraum ist das Festlegen der Steckdosen, Leitungen für die Beleuchtung und Lichtschalter. Nicht zu wenig ist die Prämisse und man muss sie auch wirklich schlau planen.
Bei uns allesamt technikaffinen Bewohnern heißt das: eher zuviel als zuwenig.

Sobald wir die exakten Raummaße von unserem Architekten haben, planen wir die Küche.
Entweder werden wir unsere (erst 1 Jahr alt) mitnehmen und erweitern oder sie wird dem hiesigen Nachmieter verkauft und wir kaufen *schluck* nochmal eine neue. (Wer braucht denn schon eine Garage oder bereits im ersten Jahr einen schicken Garten...)




Am Freitag bekommen die Rüben ihre Zeugnisse und haben dann Winterferien.
Sie sind schon sehr aufgeregt, denn ich hole sie ab und sie werden eine Woche lang hier sein.
Wir freuen uns sehr!

Eine ganz tolle Überraschung war vorgestern noch die Nachricht, dass unsere alten Hamburger Nachbarn, die kurz nach uns Hamburg verließen, nach langen Jahren weit weg von uns in Bremen und Lahr (Schwarzwald) nun im kommenden Sommer durch Jobwechsel ganz in unsere Nähe ziehen werden. Ich bin total glücklich darüber, teilen meine Freundin und ich doch schicksalhaft sehr viel Gemeinsames - von vier Jahren Au Pairs über Getrennt-von-den-Kindern bis hin zum Unijob.
Statt 8 Stunden Autofahrt demnächst also nur noch 30 Minuten. HURRAAA!!!


Darauf stoßen wir doch an! :) *pling*










Dienstag, 20. Januar 2015

Gleich zwei Geburtstage

Am vergangenen Samstag habe ich meinen Geburtstag gefeiert. 



Der Herzbube hat die aus Spaß gekauften Kerzen vom Vorjahr genommen und sie mir nochmal auf den Geburtstagskuchen gesteckt. 
Der Charmeur. :)



Wir frühstückten spät und ausgiebig und machten mit Schwester und Schwager bei strahlendem Sonnenschein und trockener Winterkälte einen schönen Ausflug zu zwei sehenswerten Ausflugszielen ganz nah an Detmold: dem großen Hermannsdenkmal - das ich von unserem Balkon sehen kann - und zu den Externsteinen, überaus beeindruckenden Felsformationen mitten im Wald.





Das Besondere an diesen Felsen ist nicht nur ihre bloße Existenz an einem Ort, an dem man sie nicht vermutet, sondern auch ein Relief, das Wissenschaftlern jahrhundertelang und sogar einst dem großen Goethe Rätsel aufgab. 
Vermutlich entstand es wohl im 9. Jahrhundert n. Chr.

Ein Teil des Reliefs zeigt eine biblische Szene.




Ich spreche hier auf diesem Blog fast nie über Gott und Glauben. 
In einen Nähblog gehörte es für mich auch nicht wirklich hin.

Es ist im Detail dann doch privat.

Eine etwas ausführlichere Ausnahme mache ich heute, denn dieses Wochenende war doch sehr sehr besonders.

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(Wer daran kein Interesse hat, der hat jetzt die Möglichkeit das Browserfenster zu schliessen. :) )

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Auf diesem Relief also sieht man eine biblische Szene, in der Nikodemus - ein Jünger Jesu - mithilft, Jesus vom Kreuz abzunehmen, der dort gekreuzigt wurde und starb.

Vor 24 Jahren bekam ich zum Geburtstag eine CD mit Musik von Johannes Nitsch geschenkt. Sie hieß "Begegnungen". Auf dieser CD hat mich ein Stück besonders berührt. Es hieß "Nikodemus". Den Text kann ich bis heute mitsingen.
Es ist heute ganz und gar nicht mehr die Art Musik, die ich höre, aber damals ging mir dieses Stück musikalisch und inhaltlich sehr nah.

Über Nikodemus weiß man nur sehr wenig. In der Bibel steht, dass er ein sehr kluger Mensch war, mit wichtigen Ämtern, ein Mann, den viele um Rat fragten.
Dann begegnet Nikodemus Jesus und ist fasziniert von allem, was er tut und sagt und möchte von ihm lernen. Er hat viele Fragen.
Noch bevor er überhaupt eine seiner Fragen stellen kann, spricht Jesus zu ihm über den Glauben und Geburt, neu geboren zu werden und einiges anderes.

Dieses Relief zu sehen hat mich bei unserem Spaziergang ganz besonders fasziniert, denn am Tag darauf habe ich mich taufen lassen.

Ein viele Jahre gehegter Herzenswunsch, den verschiedene Umstände haben lange nicht zustande kommen lassen. Im Nachklang wird mir allerdings klar: kein Zeitpunkt hätte passender sein können als der Jetzige.




Von meiner Taufe hatte ich ganz klare Vorstellungen: 

Ich selbst bestimme Zeit und Ort. 
Ich suche den Pastor oder die Pastorin aus, der/die mich tauft. 
Ich wähle die Paten. 
Ich plane den Ablauf. 
Ich entscheide, mit wem ich diesen persönlichen Moment teile.

Meine Taufe am Sonntag war eine klare, sehr bewusste Entscheidung. 
Ich habe entschieden, dass ich das jetzt und auf diese Art und Weise so möchte. 
Niemand hat mich gedrängt oder bekehrt, niemand hat mich überredet, überzeugen wollen oder es von mir erwartet.

Wer schon länger mitliest, weiß, es ist in den vergangenen Jahren irre viel passiert, was mein Leben und das Leben der Rüben ziemlich durcheinander brachte. 

„Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein. Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten.“ Sprüche 2:10-11

Meinen Taufspruch weiss ich seit 20 Jahren. Auch ihn habe ich ausgesucht, weil er für mich damals wie heute große Bedeutung hat.

Getauft wurde ich in einer wunderschönen Kirche, eine gute halbe Stunde Autofahrt von Detmold. 
Evangelisch-reformiert. Das war mein Wunsch.
Reformiert heißt, sie ist schlicht und auf das Wesentlichste reduziert. 
Es gibt keinen Altar, keine goldgerahmten Bilder, keinerlei Symbolik.
Dinge, die ich auch nicht brauche, um eine Vorstellung von Gott zu haben. 



Der Taufgottesdienst fand ganz allein für uns statt. Nur wir. Ohne weitere Zuschauer. 
So wollte ich es. Konzentriert auf das Wesentliche.
Jeder Moment war sehr bewegend und ich werde diesen Tag nie mehr im Leben vergessen.

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Auch weiterhin bleibt dies vordergründig ein Nähblog. Aber ich erlaube ein paar wenige Ausflüge rechts und links über den Zuschneidetisch. :) 





Montag, 12. Januar 2015

Das Jahr der Projekte

Fast 2 Wochen ist es jung, das neue Jahr.
Genauer gesagt 12 Tage. Aber heute gibt es kein 12 von 12 von mir, sondern was anderes. :)

Ich war noch nie Freund von diesen abgedroschenen Vorsätzen, die alle Jahreswechsel wieder durch die Gazetten und das Social Web spuken. Mehr Lesen, mehr Sport, abnehmen, mehr Zeit mit Mann/Kind/Eltern/BFF, ...

Ich bin eher eine Freundin von Inspirationen. Schon immer. Ich sehe was, das gefällt mir, das will ich auch probieren. Vielleicht. Ich merke es mir oder - in letzter Zeit - schreibe es auf. Dann probiere ich es. Oder halt nicht. 

Wie zum Beispiel das hier:


Dazu später mehr.


Unser großes Projekt für das Jahr 2015 mit der Nummer 1 ist natürlich unser Hausbau. 

Bisher wurde entworfen, verworfen, besprochen, geplant, ausgefüllt, und kurz vor Weihnachten der große Kredit bewilligt.

Aber: die Grundstücksbesitzerin will das für zwei Bauplätze gedachte Gesamtgrundstück auch nur gesamt verkaufen. Das heißt: wir warten seit Wochen, nein: seit Monaten mit scharrender Hufe darauf, daß wir anfangen können zu bauen. Die Dame ist leider ganz und gar nicht zu überreden, unsere 2/3 des Landes anteilig zu veräußern. No way. Sehr sehr blöd. Also warten wir und beten, daß wir Plan B und C nicht bemühen müssen. Dazu später mal mehr.

Großprojekt Nummer 2 ist der Umzug der Rüben aus dem Berliner Umland zu uns nach Ostwestfalen/NRW. Ja: Schulwechsel von 5. Klasse Grundschule ist sehr sehr doof!
Wir bereiten ihn seit vielen Monaten gemeinsam mit ihnen und ihrem Vater und ihren Lehrern vor.
Wir haben eine Schule gefunden, die ihnen wirklich sehr gefällt, sie hatten mit der ganzen großen neuen "Stief-Familie" einen sehr gelungenen Dänemark-Urlaub im Sommer, sie haben den Hausentwurf mitgestaltet und mit jedem Besuch hier werden sie vertrauter mit ihrer neuen Stadt.

Mein persönliches Mega-Projekt (Nummer 3) ist natürlich der Lehrauftrag an der Hochschule, der im März beginnen wird. Etwas, was ich nie zuvor gemacht habe und vor dem ich größten Respekt habe, auf das ich mich aber auch sehr sehr freue.

Seit Wochen lese ich mich in die Tiefen der Stimmbildung, Gesangspädagogik und Didaktik ein, schreibe Vorlesungsskripte, überarbeite sie, bestelle Bücher und heute wird es sogar ein neuer Rechner, denn meiner ist kürzlich zerbrochen (Ja, sowas geht!) und nicht mehr transportfähig. Örks!



Zwei ganz persönliche Projekte habe ich mir für 2015 erkoren. 
Eins davon spontan, das andere geistert schon etliche Jahre in meinem Kopf herum.

Das spontane persönliche Projekt (Nummer 4) ist ein Sparplan. 
Gefunden habe ich ihn durch Ursula Markgraf auf dem Blog von Uta Nimsgarn.

Der Plan? Man spart ein Jahr lang die Wochenzahl in ein Glas. 
Also: Woche 1 = 1€, Woche 2 = 2€, usw. 
Am Jahresende hat man 1.378€ im Glas.
Und das ganze Jahr über kann man sich schonmal überlegen, was man mit dem gesparten Geld machen möchte. 

Spannend daran finde ich die Idee dahinter: sich langsam an eine Thematik herantasten.
Es ist wie beim Sport oder einer Ernährungsumstellung: der sanfte Einstieg ist am nachhaltigsten.
Ich finde es deshalb für mich genau richtig und sehr motivierend.
Für Kinder geht das auch. Natürlich mit weniger Geld.
Fängt man mit 25 Cent in Woche 1 an, ergibt das am Jahresende immerhin stolze 344,50€.



Das andere und letzte persönliche Projekt (Nummer 5) ist eins, mit dem ich nach und nach viele gescheiterte Projekte der vergangenen 20 Jahre ausgleichen kann. Klingt komisch? Ist es gar nicht.
Gefunden habe ich es hier.


Mich begeistert diese gestrickte Decke aus Wollresten so so so so sehr, daß ich mich nun endlich daran gesetzt habe. Schon vor 20 Jahren habe ich zum ersten Mal Sockenwolle gekauft, später von meiner Großmutter welche geschenkt bekommen, das Stricken angefangen, aufgeribbelt, nochmal begonnen, an der Ferse gescheitert und liegengelassen. Eine große Tüte Wollreste hat sich gesammelt im Laufe der Zeit.


 Am Wochenende ging es los. Ich besuchte meine Busenfreundin Expresso, kaufte schnell noch die passende Nadelstärke und strickte bei ihr im muckeligen Wohnzimmer munter drauflos. Quatschen, stricken, Tee trinken - die absolute Tiefenentspannung über 2 Tage. Gell, Hase? :)


Inzwischen sind 6 weitere Quadrate fertig und ich bin ganz froh, etwas gefunden zu haben, was ich überall mit hinnehmen kann.
Heute saß ich von 9-13 Uhr in verschiedenen Wartezonen eines Klinikums (Nix Schlimmes!) und konnte sehr geduldig warten - und stricken. :)

Übrigens habe ich neulich "zwischen den Jahren" einen sehr sehr schönen Wolle-Shop gefunden: WOLLEN Berlin
Anfang Februar bin ich wieder in Berlin und werde mal reinschauen. Wer nicht in Berlin wohnt und auch nicht nach Berlin kommt, der kann online bestellen. 
Einen Blog haben sie auch und - was ich ganz toll finde - sie verkaufen auch komplett Sets zum Selbermachen, die bisher die Schönsten sind, die ich je gesehen habe.

Und jetzt melde ich mich ENDLICH bei Ravelry an. Jawoll!

Ach, Frau...äh.. Mutti häkelt seit Neuestem. Schon gelesen? :) Yeah!

Eine gute Woche für alle!