Auf die Frage, wohin wir denn unsere Picknick-Tour heute machen wollen:
"Zum Kletterbaum!" - "Zum Frühstücksplatz!" - "Oder zum Pilzpausenplatz!" - "Nein! Zum Alten Strand!"
Wer es nicht weiß: die Rüben waren 2 Jahre lang glücklichste Montessori-Waldkindergartenkinder.
Jeden Tag draußen. Bei Wind und Wetter. Bei Regen und Knallsonne.
Ausnahmen: Sturm und Glatteis.
Das kam in "unseren" zwei Jahren vielleicht 2x vor.
Ebenso oft waren die Kinder in der Zeit krank.
Dankbarerweise prallt noch heute an ihnen so gut wie jeder Infekt ab.
Sie vermissen die Kindergartenzeit bis heute und im ersten Schuljahr mussten wir auch noch einige Male "mitwandern", weil ihre Sehnsucht nach den Ritualen, alten Plätzen und Erzieherinnen so groß war.
Natürlich waren wir heute schließlich am "Kletterbaum"
und die Picknickdecke haben wir am "Frühstücksplatz" aufgeschlagen.
Die Wegwerfgrills sind noch ebenso schlecht wie vor 20 Jahren, aber es macht total Spaß! :)
Der beste Sommernudelsalat ever:
Kringelnudeln (2 Tüten alnatura Dinkelspirelli, die brauchen keine 5 Minuten), eine Hand voll getrocknete Tomaten (kleingeschnitten), 1/3 Packung gefrorenes Basilikum, 2-3 Schwenker Olivenöl - fertig)
Und aus der Kindergartenzeit blieb ein unglaublich großer Schatz
Erfahrungen, Erlebnisse, Gelerntes, Überraschendes.
Daß man aus Taubnesselblüten Honig zutscheln kann, zum Beispiel.
Ich war nie in einem Kindergarten.
Meine Mutter wollte das nicht.
Das Bitterste war: ich habe 6 Jahre lang direkt neben einem Kindergarten gewohnt und oft, sehr sehr oft, mit dicken Tränen in den Augen stundenlang wehmütig am Zaun gestanden.
Von meinem Kinderzimmerfenster aus konnte ich, wenn ich ganz rechts stand, auf den Spielplatz gucken.
Und wenn das Küchenfenster offen war, hörte ich die Gitarre und Lieder.
Ich habe sie heimlich mitgelernt.
Ich kannte die Namen der Kinder und hatte sogar ein paar "Freunde" - wenn ich mit meiner Großmutter hinten im Garten war, konnten wir uns treffen und erzählen und lachen.
Es ist etwas, was ich meinen Eltern bis heute sehr nachtrage und etwas,
was ich für meine Kinder niemals wollte.
Warum?
Weil mir der Sprung ins kalte Wasser "echtes Leben" fast den Atem genommen hat.
Plötzlich fand ich mich inmitten von 20 anderen Kindern wieder, alle gleich alt, alle kannten sich.
Mich kannte niemand. Ich kannte niemanden.
Darauf war ich nicht vorbereitet.
So viele Kinder... es fiel mir wahnsinnig schwer mich zurechtzufinden.
Und spielen durften wir auch nicht, denn wo ich mich wiederfand, war die 1.Klasse.
Es sind bis heute keine schönen Erinnerungen an diese Zeit.
Unterricht vor 30 Jahren an einer Regelschule (was anderes gab es ja nicht)
- bedarf keiner weiteren Beschreibung, oder?
Tatsächlich habe ich bis heute das Gefühl beraubt worden zu sein.
Der Kindergarten dort nebenan war einer der besten Kindergärten der Stadt.
Ein schönes Spielgelände, tolle Ausstattung mit wahnsinnig viel Spielsachen (was nicht immer selbstverständlich war damals) und ganz tolle Erzieherinnen, die mich mit meinen Kullertränen oft am Zaun sahen und mir auch mal ein Eis rüberreichten.
Ich bin dankbar für diese Zeit, in der meine Kinder hier glückliche Stunden verbringen durften.
Die Freundschaften zu anderen Eltern sind tiefe Freundschaften geworden.
Gleich zu Beginn unserer Zeit dort wurde ein Film über den Kindergarten gedreht und ihr vermutet es:
er wird noch heute sehr sehr oft angeschaut. :)))