Freitag, 27. Februar 2015

Bremen

Dieser Tage in Bremen sassen wir mit den Kollegen zusammen und haben versucht zu zählen, wieviele Konzerthallen, Kirchen, Theatersäle und Opernhäuser dieser Erde wir im Laufe der Jahre von innen lieben und hassen kennengelernt haben. 
Bei irgendetwas um die 70 hörten wir auf, aber es sind wohl für die meisten von uns nocheinmal so viele. In diesem Jahr kommen bis zum Sommer auch noch viele hinzu.

Gestern also Bremen. Vollbesetzt bis auf den allerletzten Platz sangen wir Beethoven und freuten uns über einen sehr geglückten Abend. 



In den Tagen zuvor erkundeten wir die Stadt touristisch. Die Stadtmusikanten, den Roland, den Schnoor, die Weser, 






Das Wetter war normal norddeutsch - büschen diesig und leichter Niesel. :)




Das berühmte Schnoor-Viertel haben wir natürlich auch besucht.
Darin gibt es das "kleinste Haus der Welt" - das Hochzeitshaus.











Im schönsten traditionellen Kaffeehaus der Stadt, dem Café Tölke, haben wir uns eine flambierte Weinbrand-Torte gegönnt und die beste Russische Schokolade ever getrunken.



Es muss im Sommer herrlich sein, wenn alle Cafés Tische und Stühle draussen in den schmalen Gassen stehen haben und man das Schnoor-Flair bei warmem Sonnenschein genießen kann. Ich komme im Sommer nochmal her! Bestimmt!



...und dem Herzbuben habe ich ein Foto mit dem Hochzeitshaus schonmal gezeigt. :) :)







Freitag, 20. Februar 2015

Häkeln, Prokrastination und Panik

Die Ferien sind um, der Alltag hat uns alle längst wieder. 

Am letzten Ferienwochenende haben die Rüben und ich unsere Lieblingsfreunde mit Tochterkind in Hamburg besucht.
Eine Freundschaft, entstanden durch den gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs.
Wir haben über Jahre hinweg Urlaube miteinander verbracht, sommers wie winters, Dänemark, Sylt, mehrfach auf dem Darß.



Die Kinder hatten sich gut 1,5 Jahre nicht gesehen und waren trotzdem nach wenigen Minuten bereits gut vertraut miteinander. Alle 3 quetschten sich für die zwei Nächte auf Gästematratzen unter das Hochbett im Mädchenzimmer und daddelten, gackerten und giggelten bis spät in die Nacht. Der Abschied fiel uns schwer.

An diesem Hamburgwochenende habe ich ein neues altes Hobby wiederentdeckt - häkeln.
Am ersten Abend setzte ich mich auf das Freundinsofa, auf dem der Anfang einer Beanie lag. Freundin erklärte, ich häkelte sie fertig. Und durfte sie behalten.


Das bekamen die Rüben mit und wollten auch eine. Mit einer Beanie sieht man nämlich nochmal sehr viel cooler aus als mit bloßer Justin-Biber-Halsverrenk-Frisur. 



Gesagt, Wolle gekauft, getan. Nun bin ich im Handarbeitsfieber.
Bei der Suche nach neuen Häkel- oder Strickherausforderungen (Beanies kann ich ja nun) ging ich hier vor Ort in den Wolleladen meines Vertrauens. Während ich wartete, weil andere Kunden bedient wurden, fiel mein Blick auf ein superschönes riesiges buntes Schultertuch, was dort als Beispiel hing.
Die Verkäuferin erklärte, daß es das sogenannte "Landlust-Tuch" sei, sehr einfach zu stricken, aus einfacher Sockenwolle mit oder ohne Farbverlauf. ("Sockenwolle?" dachte ich, da war doch was - HIER)



Das Tuch wird mit zwei verschieden starken Nadeln gestrickt und geht so unfassbar schnell voran, daß es genau das Richtige für mich ist. Und Sockenwolle habe ich gottlob für Jahrzehnte genug.

Das alles kommt nicht zufällig, denn mit dem Stricken und Häkeln prokrastiniere ich. 



Ich müsste auch jetzt eigentlich über meinen Fachbüchern sitzen, lesen, markieren und meine Skripte fertigbekommen.
In 2 Wochen geht der neue Uni-Job los und ich könnte schon sehr sehr viel weiter sein, wenn da nicht ...

Das könnte zum Problem werden, denn Prokrastination beherrsche ich (leider) absolut meisterhaft.
Weil die Tage so verschieden verlaufen und jede Woche anders ist, kriege ich keinen roten Faden rein.
Ich habe keine Ahnung, wie andere sich disziplinieren. 
Das Handy ist aus, ich habe meinen Arbeitsplatz im Arbeitszimmer, es ist ruhig, wenig Ablenkung, aber ich komme nicht rein in strukturiertes Arbeiten.

Ich habe es auch nie gelernt. Das Abi ging irgendwie auch ohne Lernen, das Studium war durchweg praktisch, nicht theoretisch. Einzelunterrichte, wenig Seminare, wenig wissenschaftlich. Künstlerisch halt. Jedes Lernstudium hätte ich sofort geschmissen.

Und jetzt der neue Job, der aber genau das verlangt. Wissenschaftliches Arbeiten, Struktur, Konzept, nachdenken, niederschreiben, roten Faden, Systematik. 


PANIK!!!

Aufgabenmanagement, Zeitmanagement, Planung, Willenskraft, Zielsetzung, Belohnung - in der Theorie ist mir das alles klar. Und die Umsetzung fällt mir wahnsinnig schwer.

Ich bin "rechtshirnig". Motiviert, aber undiszipliniert. Und sehr sehr langsam. *seufz*





Freitag, 6. Februar 2015

Ferien

Wir gammeln so rum, die Rüben und ich, und genießen miteinander neun schöne gemeinsame Winterferientage.
Alles geht langsamer, nach unserem Gusto und fast ganz ohne Termine (OP-Nachcheck beim Arzt, ok).








Gestern haben wir meine Hamburg-Nachbarin besucht, die ich letzte Woche kurz im letzten Absatz erwähnte. Sie hat einen Post-Doc-Job an der Uni, es ist die letzte Semesterwoche und so sind die Rüben und ich heute auf einen Kurzbesuch hingefahren, wir haben uns anderthalb Jahre nicht gesehen.

Das erste Mal in einer Universität - das war für die Rüben wahnsinnig spannend, sie haben viel gefragt und ich vermute, es hat in ihren Köpfen zum Thema "Anstrengungsbereitschaft" wohl endlich einen Schalter umgelegt, denn sie fanden das so toll, dass sie auch einmal an eine Universität gehen möchten. Na, schauen wir mal... :)



Die Atmosphäre während der Rush Hour in der Mensa, das Laufen durch die Flure der Elektrotechniker, Physiker, Informatiker, vom Electrical Systems Enginering mit allen offenen Türen zu Laboren, Büros, Seminarräumen, all die Aushänge, Poster, Partyankündigungen, ...

Am Morgen waren sie noch völlig genervt, weil ich sie dahin mitschleppen wollte, danach war alles "total cool". :)


Heute fahren wir nach Hamburg. Für ein ganzes Wochenende. Unsere besten Freunde besuchen, unsere "Hausomi", die andere Nachbarin aus unserem alten Haus, die wir - und meine Freundin von gestern - sehr vermissen.
Ein bisschen Rahlstedter Luft schnuppern im alten Revier. *seufz*