Donnerstag, 21. Januar 2016

Prüfungszeit

6.15 Uhr. Ich stehe auf, verlasse leise das Schlafzimmer, gehe ins Bad und dusche. Als ich wieder herauskomme, ist das halbe Bad nass. Der Duschabfluss ist verstopft. Mist. Ich habe jetzt keine Zeit, den Abfluss zu leeren, das muss warten. Zwei Handtücher aus dem Regal trocknen den Boden, während ich mich anziehe, mir die Haare föhne und mich schminke.

6.35 Uhr. Ich packe meine Unterlagen zusammen. Schnell muss ich noch einen neuen Zettel ausdrucken, wo ich das Kolloquium heute abhalten werde, mein Seminarraum ist durch einen Workshop die ganze Woche belegt. 

6.50 Uhr. Jetzt koche ich Kaffee, mache die Brotdosen für die Rüben und mich fertig, denn ich habe von 10-19.00 Uhr keine nennenswerte Pause, der Proviant muss reichen.

7.00 Uhr. Die Rüben wachen von allein auf. Heute ist Zahnarzttermin. Rübe 1 hat gestern Abend einen Klebezettel an die Tür gepinnt. Ich hätte es heute vergessen. Die Prophylaxe-Ausweise in die Ranzen, die Essenmarken dazu, die Brotdosen und Trinkflaschen.

7.10 Uhr. Der Kaffee ist durch. Ich trinke einen Schluck. Mist. Heute muss ich nüchtern zum Blutabnehmen. Kaffee fällt aus. Ich befülle meinen Thermobecher, die Rüben putzen ihre Zähne gründlicher als sonst morgens und ziehen sich an.

7.20 Uhr. Ich höre draußen die Müllautos und renne schnell in die Garage, die Mülltonnen und gelben Säcke an den Strassenrand zu stellen. Es ist eisig und kalt, das Müllauto fährt just in diesem Moment vor. Glück gehabt.

7.25 Uhr. Rübe 1 fragt, ob er nach dem Schwimmen nach Hause laufen kann, er müsste sonst nochmal mit dem Bus zur Schule zurück und wieder mit dem Rad nach Hause. Die Schwimmhalle ist um die Ecke. Ich schreibe einen Erlaubnis-Zettel und überlege, ob ich es zeitlich schaffe, ihn zur Schule zu fahren und dann zur Arztpraxis. Es wird reichen.

7.30 Uhr. Rübe 2 macht sich fertig und fährt mit dem Rad los. Draussen wird es früher hell. Ich merke das heute zum ersten Mal richtig.

7.35 Uhr. Rübe 1 und ich fahren los. Ich impfe ihn nochmal: nach der Schule nach Hause. Nudeln sind vorgekocht, Tomatensoße von gestern noch da. Macht es euch in der Mikrowelle warm. Um 18.45 Uhr geht ihr rüber zum Abendbrot, das ist abgesprochen.
Um 20.30 Uhr bin ich spätestens wieder da.

7.50 Uhr. Wir stehen im Stau. In 10 Minuten beginnt die Schule und eigentlich habe ich meinen Arzttermin parallel. 3 Minuten vor Unterrichtsbeginn springt er an der Schule aus dem Auto.

8.05 Uhr. Parkplatzsuche vor der Arztpraxis.

8.20 Uhr. Ich muss warten und aber eigentlich dringend los. Um 10 Uhr ist die erste Prüfung.

8.35 Uhr. Im Auto und längst aus der Stadt raus, bemerke ich, dass mein Handy zu Hause liegt. Ich drehe um und finde es im Badezimmer wieder.

8.50 Uhr. Es ist kalt und glatt. Ich darf nicht schneller fahren. Es hilft nur noch beten, dass kein Stau ist.

9.59 Uhr. Ich sitze in meinem Raum. Studentin und Zweitprüfer verspäten sich um gute 10 Minuten wegen Glatteis. Uff.



Diese Woche ist die erste von drei arbeitsintensiven Prüfungswochen an der Hochschule.
Mündliche Prüfungen, Lehrproben, künstlerische Prüfungen.

Die Hälfte aller Prüfungszeiten orientiert sich nicht an den Unterrichtszeiten meiner Kinder in der Schule oder den Arbeitszeiten des Herzbuben (mittags bis spätabends), so dass die Rüben in dieser Woche zum ersten Mal  merken, wieviel bislang um sie herum geplant wurde und wie es sich anfühlt, wenn das tagelang einfach nicht geht.

Eine merkwürdige Mischung aus schlechtem Gewissen und Vertrauen in sie macht sich in mir breit.

Prüfungszeit ist es auch für uns in puncto Hausbau. Vieles geht schief.

Die Stadtwerke haben die Hausanschlüsse letzte Woche nicht fertiggestellt. Der Grund: sie haben vergessen, in der Strasse den Strom dafür abzuschalten. Das muss zudem angekündigt werden. Wurde es nicht. Deppen! 
Dann gab es Regen und wurde zu nass für Erdarbeiten an Stromkabeln. Dann gab es Frost und seit gestern Schnee. Neuer Termin war gestern. Aber es war so kalt, dass die Schutzisolierung der steifen Kabel drohte zu brechen. Es wurde nicht erledigt. Neuer Termin: nächste Woche Dienstag.

Für uns bedeutet dies: 
Lüfter und Kabel organisieren, um das Haus über Null Grad zu halten. Denn die Heizung lief ja schonmal und ist mit Wasser gefüllt. Wenn das gefriert... - man kann es sich denken!

Es bedeutet auch, die Lieferung der Küche und die Montage ein viertes Mal zu verschieben. Wir müssen nun Lagergebühren zahlen und mit Pech auch den Monteur, wenn er für den Tag keinen anderen Auftrag einschieben kann.

Des Weiteren habe ich meinem Vater abgesagt, der am Sonntag vorhatte zu kommen, um uns eine Woche lang beim Abschleifen und Streichen der Wände und Decken sowie beim Verlegen des Parketts helfen wollte.

Aber es wird nun keine Zwischenabnahme geben, vor der wir nicht hätten anfangen dürfen.

Ohne Zwischenabnahme kein Bodenverlegen, ohne Boden keine Küche, ohne trockenen Estrich kein Boden, ohne Heizung kein trockener Estrich, ohne Hausanschlüsse kein Strom für die Heizung.

Wir werden geprüft. 



Kommentare:

  1. Omm ... 2.0
    Ich denke an Euch!

    AntwortenLöschen
  2. das klingt nach Streß! Ich wünsche euch gute Nerven

    ganz liebe Grüße aus Dresden
    anja

    AntwortenLöschen
  3. Oh, wie ärgerlich mit eurem Haus... Der Fehler liegt aber doch eindeutig nicht bei euch, könnt ihr da nicht zumindest bzgl. der Lagerkosten etc. etwas drehen?? Dein Prüfungstag klingt stressig, aber ihr bekommt das sicher super gemeister und ich wünsche dir ganz viel Erfolg für die anstehenden Prüfungen!!

    Lieber Gruß
    Steffi

    AntwortenLöschen